TREPANERINGSRITUALEN — Kainskult
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https://trepaneringsritualen.bandcamp.com/album/kainskult
Fratricide! Fratricide! Fratricide!
On Kainskult the follow-up proper to 2014s much praised Perfection & Permanence we find Trepaneringsritualen at its most visceral; utterly devastating in its feral ferocity, and utterly demented in its elemental ecstasy. Kainskult will undoubtably stand as a cornerstone album both in the T R P canon, and in the industrial scene at large. In their animalistic frenzy and emotional intensity, these nine songs immediately envelop the listener and threaten or promise to drive you to the brink of madness.
Kainskult keeps all the basic building blocks of Perfection & Permanence: the tribal drumming, the atavistic propulsion, the clattering metal percussion, and the abysmal growls. But somehow it reaches a new level of intensity, both sonically and lyrically. The latter read like a hallucinatory celebration of Kain, the Original Heresiarch. He is cast in the role of archetypal transgressor; the brother to all who wage war against the tyranny of Yaldabaoth. He raises the stone above His head, and with one willful strike slays His brother, the cowering slave. Through this one action He draws the Mark upon his skin, and sets in motion a series of events that will ultimately lead to the dissolution of the created worlds.
Ravage Me! Death & Ecstasy
Kainskult was channeled by ᚦᛟᚦ ⅩⅠⅩ at the 63rd Link, 21 XII 201421 VI 2017 e.v., with assistance by Kim Slve, Lina Baby Doll, Veil of Light, Nordvargr, Idlu Lili Regulus, Michael Idehall, Kim Larsen, Thomas Bjden, Joachim Nordwall, Peter Bjrg, DE TA US TO AS, Antti Litmanen, Daniel Hofmann, Aaron Turner, Fredrik Bergstrm, David S. Herreras, Alone in the Hollow Garden. Vocals recorded at the 63rd Link by Dag Rosenqvist. Mixed by Peter Johan Nijland. Mastered by Linus Andersson at Element Studios.
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Der postmoderne Apostat prsentiert sein schwarzes Kronjuwel
"Eins, zwei, drei, im Sauseschritt, luft die Zeit wir laufen mit", reimte Wilhelm Busch einstmals so treffend, und in der Tat ist es kaum zu glauben, aber dennoch wahr: ber drei Jahre sind seit dem letzten "vollwertigen" Studioalbum von TREPANERINGSRITUALEN bereits wieder ins Land gegangen 2014 lste das bei COLD SPRING erschienene Album "Perfection & Permanence mit seinem schmissigen Ritual-Death-Post-Industrial-Sound Begeisterungsstrme bei Kritik wie Publikum gleichermaen aus. In der Folgezeit tourte THOMAS MARTIN EKELUND fleiig in der Weltgeschichte umher, verffentlichte diverse, genretranszendierende Split- und Minialben und baute das Renomme seines Projektes kontinuierlich aus, um nun beim Mannheimer Traditionslabel TESCO mit einem znftigen, vielsagend "Kainskult" betitelten, musikalischen Rundumschlag nachzulegen. Und ja, auch wenn der manisch kreative Schwede die Latte mit dem nomen est omen nahezu perfekten Vorgnger bereits bemerkenswert hoch gelegt hat, bekommt er dennoch das Kunststck hin, sie mit dem Nachfolger noch einmal souvern zu berspringen, denn wie der Promotext schon recht treffend formuliert, weist "Kainskult" zum einen zwar all die liebgewonnenen, konstitutiven Merkmale von "Perfection & Permanence" auf "the tribal drumming, the atavistic propulsion, the clattering metal percussion, and the abysmal growls" , hebt diese zudem aber auf ein "new level of intensity", will heien, die Stcke sind noch dichter, energiegeladener druckvoller und atmosphrischer, das Ganze noch kohrenter und konsistenter kurz gesagt: hier hat einer seine Hausaufgaben verdammt grndlich und dabei keine Gefangenen gemacht.
Fr die Realisierung des Ganzen hat sich der umtriebige EKELUND die Untersttzung diverser Zunftgenossen gesichert, und so liest sich deren Auflistung wie ein Who Is Who der skandinavischen Post-Industrial-Szene: PETER BJRG (SOPHIA), THOMAS BJDEN (DIE WEISSE ROSE), MICHAEL IDEHALL, KIM LARSEN (:OF THE WAND & THE MOON:), LINA BABY DOLL (DEUTSCH NEPAL) oder auch NORDVARGR, um nur einige zu nennen. Und das hrt man denn auch, jedenfalls trumpft das neue Werk wieder mit maximalem musikalischen Facettenreichtum auf, wenn der grundlegende musikalische Kurs von TREPANERINGSRITUALEN auch um kein Jota verndert, sondern konsequent beibehalten wird. Thematisch bewegt man sich in den blichen mystizistischen bzw. quasi-magischen Gefilden mit Einflssen aus allen mglichen Kulturen von Ost nach West und Sd nach Nord, m.a.W.: MARTIN EKELUND frhnt unbeirrt seinem leidenschaftlichen okkulten Eklektizismus, der von Runen-, Sigillen- und Sexualmagie ber kabbalistische Theoreme und gnostische Modelle so ziemlich alles umfasst, was die globale Kult-Grabbelkiste so hergibt. Einen irgendwie chaosmagischen Ansatz htte man da frher wohl diagnostiziert. Nachdem der Rezensent mit dergleichen exzentrischen Interpretationen von Welt & Wirklichkeit mittlerweile aber nicht mehr allzuviel am Hut hat, mchte er sich an dieser Stelle einer weitschweifigen Besprechung der zur Verwendung kommenden Einzelelemente diskret enthalten und im fraglichen Zusammenhang lediglich Friedrich Nietzsches bemerkenswerten Gedanken in den Raum stellen, "wir" seien "das erste studirte Zeitalter in puncto der Kostme, ich meine der Moralen, Glaubensartikel, Kunstgeschmcker und Religionen, vorbereitet wie noch keine Zeit es war, zum Karneval grossen Stils, zum geistigen Faschings-Gelchter und bermuth, zur transscendentalen Hhe des hchsten Bldsinns und der aristophanischen Welt-Verspottung". Denn auch, wenn "Kainskult" auf den ersten, oberflchlichen Blick durchaus grimmig, ziemlich obskurantistisch und reichlich morbide daherkommt, so kann man sich angesichts des aufgebotenen Sammelsuriums interkultureller, -kultischer und -mythologischer Bezge des Eindrucks eines da & dort aufblitzenden, ironischen Augenzwinkerns nicht gnzlich erwehren; exemplarisch sei auf das Titelbild des beiliegenden Booklets verwiesen, das EKELUND mit beidhndig ber den Kopf gestemmtem Felsbrocken in der Pose des biblischen Kain just im Moment des schicksalstrchtigen Brudermordes zeigt und insbesondere der irgendwo zwischen grinsend und animalisch grimassierend irrlichternde Gesichtsausdruck verleiht dem Foto eine gewisse, subtil ironische Brechung und damit ein ganz besonders charmantes G'schmckle. Freilich auch nicht auszuschlieen, dass der Rezensent sich das alles nur einbildet und der nihilistische Derwisch in der speckigen Lederjoppe das alles tatschlich buchstblich und bierernst meint ... Doch was soll's: Uneindeutigkeit ist sexy!
Nach dem einleitenden, hinsichtlich der Vocals fast ein wenig, ja: bluesig wirkenden "Death & Ecstasy" startet mit "Mar Malformed" gleich der erste massive Kracher, der, ebenso wie der nicht minder druckvolle Folgetrack "All Flesh Has Corrupted", von der ebenso bewhrten wie wohltemperierten Kombination aus archaischer Percussion und EKELUNDs unverwechselbarem, gutturalen Gegrowle lebt. Das unmittelbar anschlieende "ᚲ ∴ ᚲ ∴ ᚲ" ist vergleichsweise schleppend und bedient eher das kontemplativ-rituelle Spielfeld, wenn auch in einem dezidiert unbehaglichen, durch & durch chthonischen Sinne, ist insofern also eher nicht fr die sanfte Entspannungsmanahme zwischendurch geeignet. Die folgende, brandneu abgemischte Version des, ursprnglich 2014 auf der 7 "Papist Pretender" erschienenen TREPANERINGSRITUALEN-Gassenhauers "Feral Me" wei mit diversem Sturmglockengelut, deutlich brachialerer Metallpercussion und einem absolut mitreienden Gesamtaufbau noch mehr zu berzeugen als das an sich schon grandiose Original, und zhlt zusammen mit dem anschlieenden "Serpents Seed" wohl zu den unumstrittenen Hits des Albums, wenn es mit der beatlastigen, ohrwurmartigen Schmissigkeit in letzterem Fall auch fast ein wenig zu weit getrieben wird, was das Stck aber andererseits definitiv zu einer sicheren Bank fr's genreaffine Tanzvergngen macht. Mit dem Folgetrack "An Immaculate Body Of Water" betreten wir wieder besinnlicheres, wenn auch nicht minder mitreiendes Terrain, arbeitet sich EKELUNDs Organ im Verlauf dieser Hymne an Opfer und Urflut doch mit nachgerade beispielloser Intensitt in immer schwindelerregendere Untiefen hinab und verleiht dem Stck dergestalt eine atmosphrische Dichte, wie man sie in dieser Formvollendung im Werk von TREPANERINGSRITUALEN bislang noch nicht kennenlernen durfte close to perfection, so ist man ergriffen zu flstern geneigt. Schlielich und endlich haut auch der, nach Ansicht des Rezensenten mit Vocals von MICHAEL IDEHALL unterftterte, Abschlusstrack "V ∴ V ∴ V" bei leicht gehobenem Tempo und deutlich ausgeprgterer Ferozitt noch einmal in dieselbe Kerbe und bildet so einen thematisch passenden und qualitativ wrdigen Abschluss fr ein rundum berzeugendes Album, das ber brachiale Gewalt, abgrndige Sinnlichkeit und kontemplative Tiefe gleichermaen verfgt. Nrgeln zwecklos, "Kainskult" ist schlichtweg ohne Fehl und Tadel.
Was bleibt dem Rezensenten nach dieser, mit berzeugung und Sendungsbewusstsein vorgetragenen Jubelarie noch Substanzielles hinzuzufgen? Wenig. Allenfalls dieses: "Kainskult" kommt selbstverstndlich auch optisch wie haptisch so hochwertig unter die Leute, wie man das von Produkten aus dem Hause TESCO gewohnt ist. Die auf jeweils 250 Stck limitierte Vinylversion gibts in wei oder schwarz im schnieken, in punkto Gestaltungselementen stilvoll reduzierten, dezent fast durchweg in Schwarzwei gehaltenen Cover mit 12-seitigem Lyrics-Booklet; die CD ist unlimitiert, in einen edel anmutenden 6-Panel-DigiPak aus sprbar hochwertigem Karton gebettet und mit demselben Booklet in entsprechender Gre ausgestattet. Im Grunde gibt es fr "Kainskult" schlechterdings keine Ausrede: Wer TREPANERINGSRITUALEN ohnehin mag, kommt sowieso nicht drumherum, wer im speziellen "Perfection & Permanence" mochte, wird "Kainskult" zweifellos lieben, und fr den, der TREPANERINGSRITUALEN noch nicht kennt, aber kennenlernen mchte, ist definitiv kein besserer Einstieg denkbar als dieses ja, nennen wir das Kind ruhig mit gebhrendem Pathos beim Namen: schwarze Kronjuwel im bisherigen Gesamtwerk des postmodernen Apostaten aus Gteborg. In diesem Sinne alle Daumen steil nach oben und ein dreifach donnerndes: "I am spirit, light, and flesh / And my seed shall know no death"! - Sela.
[Endsal / NONPOP]
Fratricide! Fratricide! Fratricide!
On Kainskult the follow-up proper to 2014s much praised Perfection & Permanence we find Trepaneringsritualen at its most visceral; utterly devastating in its feral ferocity, and utterly demented in its elemental ecstasy. Kainskult will undoubtably stand as a cornerstone album both in the T R P canon, and in the industrial scene at large. In their animalistic frenzy and emotional intensity, these nine songs immediately envelop the listener and threaten or promise to drive you to the brink of madness.
Kainskult keeps all the basic building blocks of Perfection & Permanence: the tribal drumming, the atavistic propulsion, the clattering metal percussion, and the abysmal growls. But somehow it reaches a new level of intensity, both sonically and lyrically. The latter read like a hallucinatory celebration of Kain, the Original Heresiarch. He is cast in the role of archetypal transgressor; the brother to all who wage war against the tyranny of Yaldabaoth. He raises the stone above His head, and with one willful strike slays His brother, the cowering slave. Through this one action He draws the Mark upon his skin, and sets in motion a series of events that will ultimately lead to the dissolution of the created worlds.
Ravage Me! Death & Ecstasy
Kainskult was channeled by ᚦᛟᚦ ⅩⅠⅩ at the 63rd Link, 21 XII 201421 VI 2017 e.v., with assistance by Kim Slve, Lina Baby Doll, Veil of Light, Nordvargr, Idlu Lili Regulus, Michael Idehall, Kim Larsen, Thomas Bjden, Joachim Nordwall, Peter Bjrg, DE TA US TO AS, Antti Litmanen, Daniel Hofmann, Aaron Turner, Fredrik Bergstrm, David S. Herreras, Alone in the Hollow Garden. Vocals recorded at the 63rd Link by Dag Rosenqvist. Mixed by Peter Johan Nijland. Mastered by Linus Andersson at Element Studios.
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Der postmoderne Apostat prsentiert sein schwarzes Kronjuwel
"Eins, zwei, drei, im Sauseschritt, luft die Zeit wir laufen mit", reimte Wilhelm Busch einstmals so treffend, und in der Tat ist es kaum zu glauben, aber dennoch wahr: ber drei Jahre sind seit dem letzten "vollwertigen" Studioalbum von TREPANERINGSRITUALEN bereits wieder ins Land gegangen 2014 lste das bei COLD SPRING erschienene Album "Perfection & Permanence mit seinem schmissigen Ritual-Death-Post-Industrial-Sound Begeisterungsstrme bei Kritik wie Publikum gleichermaen aus. In der Folgezeit tourte THOMAS MARTIN EKELUND fleiig in der Weltgeschichte umher, verffentlichte diverse, genretranszendierende Split- und Minialben und baute das Renomme seines Projektes kontinuierlich aus, um nun beim Mannheimer Traditionslabel TESCO mit einem znftigen, vielsagend "Kainskult" betitelten, musikalischen Rundumschlag nachzulegen. Und ja, auch wenn der manisch kreative Schwede die Latte mit dem nomen est omen nahezu perfekten Vorgnger bereits bemerkenswert hoch gelegt hat, bekommt er dennoch das Kunststck hin, sie mit dem Nachfolger noch einmal souvern zu berspringen, denn wie der Promotext schon recht treffend formuliert, weist "Kainskult" zum einen zwar all die liebgewonnenen, konstitutiven Merkmale von "Perfection & Permanence" auf "the tribal drumming, the atavistic propulsion, the clattering metal percussion, and the abysmal growls" , hebt diese zudem aber auf ein "new level of intensity", will heien, die Stcke sind noch dichter, energiegeladener druckvoller und atmosphrischer, das Ganze noch kohrenter und konsistenter kurz gesagt: hier hat einer seine Hausaufgaben verdammt grndlich und dabei keine Gefangenen gemacht.
Fr die Realisierung des Ganzen hat sich der umtriebige EKELUND die Untersttzung diverser Zunftgenossen gesichert, und so liest sich deren Auflistung wie ein Who Is Who der skandinavischen Post-Industrial-Szene: PETER BJRG (SOPHIA), THOMAS BJDEN (DIE WEISSE ROSE), MICHAEL IDEHALL, KIM LARSEN (:OF THE WAND & THE MOON:), LINA BABY DOLL (DEUTSCH NEPAL) oder auch NORDVARGR, um nur einige zu nennen. Und das hrt man denn auch, jedenfalls trumpft das neue Werk wieder mit maximalem musikalischen Facettenreichtum auf, wenn der grundlegende musikalische Kurs von TREPANERINGSRITUALEN auch um kein Jota verndert, sondern konsequent beibehalten wird. Thematisch bewegt man sich in den blichen mystizistischen bzw. quasi-magischen Gefilden mit Einflssen aus allen mglichen Kulturen von Ost nach West und Sd nach Nord, m.a.W.: MARTIN EKELUND frhnt unbeirrt seinem leidenschaftlichen okkulten Eklektizismus, der von Runen-, Sigillen- und Sexualmagie ber kabbalistische Theoreme und gnostische Modelle so ziemlich alles umfasst, was die globale Kult-Grabbelkiste so hergibt. Einen irgendwie chaosmagischen Ansatz htte man da frher wohl diagnostiziert. Nachdem der Rezensent mit dergleichen exzentrischen Interpretationen von Welt & Wirklichkeit mittlerweile aber nicht mehr allzuviel am Hut hat, mchte er sich an dieser Stelle einer weitschweifigen Besprechung der zur Verwendung kommenden Einzelelemente diskret enthalten und im fraglichen Zusammenhang lediglich Friedrich Nietzsches bemerkenswerten Gedanken in den Raum stellen, "wir" seien "das erste studirte Zeitalter in puncto der Kostme, ich meine der Moralen, Glaubensartikel, Kunstgeschmcker und Religionen, vorbereitet wie noch keine Zeit es war, zum Karneval grossen Stils, zum geistigen Faschings-Gelchter und bermuth, zur transscendentalen Hhe des hchsten Bldsinns und der aristophanischen Welt-Verspottung". Denn auch, wenn "Kainskult" auf den ersten, oberflchlichen Blick durchaus grimmig, ziemlich obskurantistisch und reichlich morbide daherkommt, so kann man sich angesichts des aufgebotenen Sammelsuriums interkultureller, -kultischer und -mythologischer Bezge des Eindrucks eines da & dort aufblitzenden, ironischen Augenzwinkerns nicht gnzlich erwehren; exemplarisch sei auf das Titelbild des beiliegenden Booklets verwiesen, das EKELUND mit beidhndig ber den Kopf gestemmtem Felsbrocken in der Pose des biblischen Kain just im Moment des schicksalstrchtigen Brudermordes zeigt und insbesondere der irgendwo zwischen grinsend und animalisch grimassierend irrlichternde Gesichtsausdruck verleiht dem Foto eine gewisse, subtil ironische Brechung und damit ein ganz besonders charmantes G'schmckle. Freilich auch nicht auszuschlieen, dass der Rezensent sich das alles nur einbildet und der nihilistische Derwisch in der speckigen Lederjoppe das alles tatschlich buchstblich und bierernst meint ... Doch was soll's: Uneindeutigkeit ist sexy!
Nach dem einleitenden, hinsichtlich der Vocals fast ein wenig, ja: bluesig wirkenden "Death & Ecstasy" startet mit "Mar Malformed" gleich der erste massive Kracher, der, ebenso wie der nicht minder druckvolle Folgetrack "All Flesh Has Corrupted", von der ebenso bewhrten wie wohltemperierten Kombination aus archaischer Percussion und EKELUNDs unverwechselbarem, gutturalen Gegrowle lebt. Das unmittelbar anschlieende "ᚲ ∴ ᚲ ∴ ᚲ" ist vergleichsweise schleppend und bedient eher das kontemplativ-rituelle Spielfeld, wenn auch in einem dezidiert unbehaglichen, durch & durch chthonischen Sinne, ist insofern also eher nicht fr die sanfte Entspannungsmanahme zwischendurch geeignet. Die folgende, brandneu abgemischte Version des, ursprnglich 2014 auf der 7 "Papist Pretender" erschienenen TREPANERINGSRITUALEN-Gassenhauers "Feral Me" wei mit diversem Sturmglockengelut, deutlich brachialerer Metallpercussion und einem absolut mitreienden Gesamtaufbau noch mehr zu berzeugen als das an sich schon grandiose Original, und zhlt zusammen mit dem anschlieenden "Serpents Seed" wohl zu den unumstrittenen Hits des Albums, wenn es mit der beatlastigen, ohrwurmartigen Schmissigkeit in letzterem Fall auch fast ein wenig zu weit getrieben wird, was das Stck aber andererseits definitiv zu einer sicheren Bank fr's genreaffine Tanzvergngen macht. Mit dem Folgetrack "An Immaculate Body Of Water" betreten wir wieder besinnlicheres, wenn auch nicht minder mitreiendes Terrain, arbeitet sich EKELUNDs Organ im Verlauf dieser Hymne an Opfer und Urflut doch mit nachgerade beispielloser Intensitt in immer schwindelerregendere Untiefen hinab und verleiht dem Stck dergestalt eine atmosphrische Dichte, wie man sie in dieser Formvollendung im Werk von TREPANERINGSRITUALEN bislang noch nicht kennenlernen durfte close to perfection, so ist man ergriffen zu flstern geneigt. Schlielich und endlich haut auch der, nach Ansicht des Rezensenten mit Vocals von MICHAEL IDEHALL unterftterte, Abschlusstrack "V ∴ V ∴ V" bei leicht gehobenem Tempo und deutlich ausgeprgterer Ferozitt noch einmal in dieselbe Kerbe und bildet so einen thematisch passenden und qualitativ wrdigen Abschluss fr ein rundum berzeugendes Album, das ber brachiale Gewalt, abgrndige Sinnlichkeit und kontemplative Tiefe gleichermaen verfgt. Nrgeln zwecklos, "Kainskult" ist schlichtweg ohne Fehl und Tadel.
Was bleibt dem Rezensenten nach dieser, mit berzeugung und Sendungsbewusstsein vorgetragenen Jubelarie noch Substanzielles hinzuzufgen? Wenig. Allenfalls dieses: "Kainskult" kommt selbstverstndlich auch optisch wie haptisch so hochwertig unter die Leute, wie man das von Produkten aus dem Hause TESCO gewohnt ist. Die auf jeweils 250 Stck limitierte Vinylversion gibts in wei oder schwarz im schnieken, in punkto Gestaltungselementen stilvoll reduzierten, dezent fast durchweg in Schwarzwei gehaltenen Cover mit 12-seitigem Lyrics-Booklet; die CD ist unlimitiert, in einen edel anmutenden 6-Panel-DigiPak aus sprbar hochwertigem Karton gebettet und mit demselben Booklet in entsprechender Gre ausgestattet. Im Grunde gibt es fr "Kainskult" schlechterdings keine Ausrede: Wer TREPANERINGSRITUALEN ohnehin mag, kommt sowieso nicht drumherum, wer im speziellen "Perfection & Permanence" mochte, wird "Kainskult" zweifellos lieben, und fr den, der TREPANERINGSRITUALEN noch nicht kennt, aber kennenlernen mchte, ist definitiv kein besserer Einstieg denkbar als dieses ja, nennen wir das Kind ruhig mit gebhrendem Pathos beim Namen: schwarze Kronjuwel im bisherigen Gesamtwerk des postmodernen Apostaten aus Gteborg. In diesem Sinne alle Daumen steil nach oben und ein dreifach donnerndes: "I am spirit, light, and flesh / And my seed shall know no death"! - Sela.
[Endsal / NONPOP]