DUHKHA — Mariyammal
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"Ambient-Puzzle aus Frankreich. Zahlreiche Soundlandschaften von Musikern werden zu einer Flche verbaut. Organisch und handfest. mit einer ganz besonderen, krnklichen, geheimnisvollen Stimmung und irren Vocals. Achtung Sogwirkung!
Vor vier Jahren verffentlichte der in Berlin lebende Franzose BENJAMIN BEX mit "Rosegger" ein Album auf TREUE UM TREUE / REUE UM REUE. Fr seine neue Projektarbeit, zusammen mit befreundeten Musikern als DUHKHA auf IDOBLASTE erschienen, bernimmt das Label zwar 'nur' den Vertrieb. "Mariyammal" klingt aber so stark nach der mysterisen Ambientwelt von TUT / RUR, dass das Album perfekt in die Labelwelt gepasst htte. (Wer mit der entsprechenden Musik vertraut ist, kann sich den Rest des Artikels theoretisch sparen und blind zugreifen.)
Fr mich stellt sich die Arbeit von DUHKHA wie ein groes, schnes Puzzle dar, mit BENJAMIN BEX als Chef am Tisch. Er hat sich von befreundeten Musikern Klnge, Tne, improvisierte Tonfolgen, Gerusche et cetera einspielen lassen und diese auf sehr kunstvolle, magische Weise zusammengebaut. Ergnzt durch eigene Beitrge, insbesondere durch bemerkenswerte Gesangsparts. PIERRE GORDEEFF zum Beispiel hat Aufnahmen seiner verrckten Maschinen beigesteuert. Das Turntablism-Projekt VINYL -TERROR & -HORROR lieferte einige Klanglandschaften. Andere Freunde spielten Cello-Improvisationen oder Echtzeit-Soundbasteleien ein. Der ganze Prozess, inklusive des Verwebens der Bestandteile, dauerte rund zwei Jahre.
Das ansteigende, drhnende Rauschen im Opener "Mariyammal" (A1) lsst sich viel Zeit, bevor sich Streicher mit sirenenartigen Sounds einmischen. Eine eigenartige und recht bedrohliche Atmosphre, die pltzlich umschwingt: Als wrden Wolken weggeblasen, taucht der Gesang auf. Verletzlich, hoch, fast Falsett, und dazu ein Kratzen als ob die Singstimme gleich wieder weggewischt werden sollte. Weitere Zutaten: Arienanstze im Hintergrund und improvisierte Streichertne. Sehr filmisch und sehr, sehr intensiv. In "Whidama" (A2) stammen die ersten Tne zwar von einer Akustikgitarre (nicht von Streichern), ansonsten bleibt vieles gleich. Die knarzenden, fordernden Sounds, der hohe Gesang (kurze Momente lang erinnert er mich an DAVID TIBET), und spter quietscht auch das Cello wieder, zu- und abnehmend. "Teufelssee" (A3) bleibt instrumental, mit bearbeitetem Piano und einem Potpourri aus bisherigen Klngen, etwas enervierend mutet dabei das heftige Vinylknacken an.
Die B-Seite startet ("Dans La Nuit Et L'Oubli", B1) mit Gitarrendrones, dem Klirren von Mnzen und extrem hingebungsvollem, mystischem und beschwrendem Gesang. Durch lngere Instrumentalparts, repetitive Gerusche mit Streicherimprovisation und spter wieder dem verrckt machenden Plattenknistern und -knacken ist das Stck zerhackter, collagenartiger als die Tracks auf der ersten Seite. In "De La Lumire Et De La Mmoire" (B2) bt ein ganzes Orchester, mit fanfarenartigen, sgenden Tnen im Vordergrund. Der Gesang: noch hher, lyrisch und manisch, dagegen geschnitten sind ngstliche, fliehende Frauengerusche und schrge Engelschre.
"Mariyammal" ist ein organisches, handfestes Werk zum Anfassen. Gleichzeitig scheint es mir durchzogen von Vergangenem, Morbidem und erinnert phasenweise an unsaubere, entfernte Schellackaufnahmen. Erstaunlich, dass sich die ungeheure Vielfalt stets zu dieser ganz besonderen, krnklichen, geheimnisvollen Stimmung mischt. Sorgfltig geschichtete Ambientmusik, bei der vor allem die Stimme im Vergleich zu vielen sonstigen Basteleien auf dem Markt den Unterschied macht. Achtung Sogwirkung."
[Michael We. fr nonpop.de ]
https://vimeo.com/116551690
Vor vier Jahren verffentlichte der in Berlin lebende Franzose BENJAMIN BEX mit "Rosegger" ein Album auf TREUE UM TREUE / REUE UM REUE. Fr seine neue Projektarbeit, zusammen mit befreundeten Musikern als DUHKHA auf IDOBLASTE erschienen, bernimmt das Label zwar 'nur' den Vertrieb. "Mariyammal" klingt aber so stark nach der mysterisen Ambientwelt von TUT / RUR, dass das Album perfekt in die Labelwelt gepasst htte. (Wer mit der entsprechenden Musik vertraut ist, kann sich den Rest des Artikels theoretisch sparen und blind zugreifen.)
Fr mich stellt sich die Arbeit von DUHKHA wie ein groes, schnes Puzzle dar, mit BENJAMIN BEX als Chef am Tisch. Er hat sich von befreundeten Musikern Klnge, Tne, improvisierte Tonfolgen, Gerusche et cetera einspielen lassen und diese auf sehr kunstvolle, magische Weise zusammengebaut. Ergnzt durch eigene Beitrge, insbesondere durch bemerkenswerte Gesangsparts. PIERRE GORDEEFF zum Beispiel hat Aufnahmen seiner verrckten Maschinen beigesteuert. Das Turntablism-Projekt VINYL -TERROR & -HORROR lieferte einige Klanglandschaften. Andere Freunde spielten Cello-Improvisationen oder Echtzeit-Soundbasteleien ein. Der ganze Prozess, inklusive des Verwebens der Bestandteile, dauerte rund zwei Jahre.
Das ansteigende, drhnende Rauschen im Opener "Mariyammal" (A1) lsst sich viel Zeit, bevor sich Streicher mit sirenenartigen Sounds einmischen. Eine eigenartige und recht bedrohliche Atmosphre, die pltzlich umschwingt: Als wrden Wolken weggeblasen, taucht der Gesang auf. Verletzlich, hoch, fast Falsett, und dazu ein Kratzen als ob die Singstimme gleich wieder weggewischt werden sollte. Weitere Zutaten: Arienanstze im Hintergrund und improvisierte Streichertne. Sehr filmisch und sehr, sehr intensiv. In "Whidama" (A2) stammen die ersten Tne zwar von einer Akustikgitarre (nicht von Streichern), ansonsten bleibt vieles gleich. Die knarzenden, fordernden Sounds, der hohe Gesang (kurze Momente lang erinnert er mich an DAVID TIBET), und spter quietscht auch das Cello wieder, zu- und abnehmend. "Teufelssee" (A3) bleibt instrumental, mit bearbeitetem Piano und einem Potpourri aus bisherigen Klngen, etwas enervierend mutet dabei das heftige Vinylknacken an.
Die B-Seite startet ("Dans La Nuit Et L'Oubli", B1) mit Gitarrendrones, dem Klirren von Mnzen und extrem hingebungsvollem, mystischem und beschwrendem Gesang. Durch lngere Instrumentalparts, repetitive Gerusche mit Streicherimprovisation und spter wieder dem verrckt machenden Plattenknistern und -knacken ist das Stck zerhackter, collagenartiger als die Tracks auf der ersten Seite. In "De La Lumire Et De La Mmoire" (B2) bt ein ganzes Orchester, mit fanfarenartigen, sgenden Tnen im Vordergrund. Der Gesang: noch hher, lyrisch und manisch, dagegen geschnitten sind ngstliche, fliehende Frauengerusche und schrge Engelschre.
"Mariyammal" ist ein organisches, handfestes Werk zum Anfassen. Gleichzeitig scheint es mir durchzogen von Vergangenem, Morbidem und erinnert phasenweise an unsaubere, entfernte Schellackaufnahmen. Erstaunlich, dass sich die ungeheure Vielfalt stets zu dieser ganz besonderen, krnklichen, geheimnisvollen Stimmung mischt. Sorgfltig geschichtete Ambientmusik, bei der vor allem die Stimme im Vergleich zu vielen sonstigen Basteleien auf dem Markt den Unterschied macht. Achtung Sogwirkung."
[Michael We. fr nonpop.de ]
https://vimeo.com/116551690