NOISE CLUSTER / STIGMATE — Extreme Sleepwalking

Format: MC
Label & Cat.Number: Grubenwehr Freiburg GW/FR:26
Release Year: 2021
Note: two Italian projects in a doomy, rhythmic, vocalized, apocalyptic noise collaboration, behind NOISE CLUSTER we find DER BEKANNTE POSTINDUSTRIELLE TROMPETER with XXENA, STIGMATA delivers the piercing analog electronics... - black C-40 tape in hand dyed, blue cotton bag with cover art by Fabian Blobel and a card with more pictures inside. Lim. to 50 copies
Price (incl. 19% VAT): €9.50

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"Extreme Sleepwalking" by Noise Cluster (der bekannte postindustrielle Trompeter & Xxena) and Stigmate from Italy are ready.

Nightmareish Sounds and Rhythms on black c40 Tapes in hand dyed, blue cotton bags with cover art by Fabian Blobel and a card with more pictures inside. Lim. to 50 copies

https://grubenwehrfreiburg.bandcamp.com/album/extreme-sleepwalking



Die beiden Projekte, die sich auf dem vorliegenden Tape zusammen dem Phnomen des Schlafwandelns widmen, sind schon lnger in der elektronischen Musik Italiens aktiv und lernten sich doch erst vor kurzem kennen. Sowohl die Rmer Flavio Derbekannte und Arianna Degni Lombardo (Noise Cluster) als auch der Sardinier Nicola Locci (Stigmate) sind Hrer und gelegentlich Mitwirkende einer bekannten Radiosendung fr experimentellen Lrm (Elettrodo auf Radio Onda Rossa) und wurden so aufeinander aufmerksam.

Trotz ihrer unterschiedlichen Arbeitsweise Noise Cluster kombinieren gerne Digitales mit akustischen Sounds wie denen der Trompete, Stigmate ist leidenschaftlicher Bastler an analogem Gert entdeckten sie schnell die Gemeinsamkeiten, die fr eine spontane Kollaboration sprechen. Diese hat mit dem auf 50 Tapes und digital erhltlichen Extreme Sleepwalking nun ihr erstes Resultat herausgebracht, und dieses klingt in der Tat so, als wren die drei schon immer eine feste Band gewesen.

Schlafwandel wird gerne metaphorisch fr einen apathischen Zustand verwendet, und eine solche Bedeutung klingt durchaus an, wenn das Label in Anspielung an die immer noch aktuelle Pandemie von the nightmares, bad dreams, and gloomy and depressive feelings this particular historical moment has brought about spricht. Die Musik selbst und das von dieser inspirierte Artwork von Fablian Blobel hat allerdings einiges von echten heftigen Alptrumen schon gleich zu Beginn, wenn Schreie und andere angstinflende Elemente ber einem schmissigen, kratzigen Loop aus den Boxen dringen.

Auf Extreme Sleepwalking herrschen die Mchte des Grauens, und das kehrt auch der straighte Takt des Openers Mindbender nicht unter den Teppich, vielmehr hat man den Eindruck, dass die schleifenden und prasselnden Industrialsounds erst auf ihren endgltigen Ausbruch warten. In Sleep (Mutation) erzeugen schrille Sounds eine futuristische (oder palontologische) Klanglandschaft, die droht, in Elektroclash umzukippen, was aber auch dank elektrifizierter Noiselawinen und Flavios wie meist recht smoothen Trompete nicht passiert. Moving Target startet spannungsvoll pulsierend, doch die vielen Soundideen und Melodiefragmente fhren all das noch mal in eine andere Richtung. Die hier sprbare Nervositt kehrt spter in Dim Light wieder, das eher an die grellen Scheinwerfer schweren Kriegsgertes erinnert.

Alle Tracks offenbaren einen komplett eigenen Charakter und bleiben in ihrem Verlauf selten unverndert: Die beiden mit Knacken und Knistern beginnenden Teile von Death Vision, die irgendwann zu einem monumentalen Inferno an brachialem Pauken und Ariannas gehauchter Stimme anwachsen, finden spter ihre (nur scheinbar friedliche) Erdung, bis sich der kratzige Kreis wieder schliet diese Stcke, bei denen riesige Metallandroiden durch die Landschaft marschieren, wrden in groen Hallen funktionieren und mssten, im Unterschied zu etwas subtileren, zurckgenommeneren Stcken wie Where Am I? oder The Fall, nicht einmal durch ihren ausgeklgelten Detailreichtum berzeugen.

Der Brain Damage im abschlieend so betitelten Track entpuppt sich als starker Sog, der einen mit Pauken und (buchstblichen) Trompeten in eine traumhafte Parallelwelt zieht, die an die pathologischen Visionen am Ende von Hoffmanns Der Goldene Topf denken lsst. Dies gelingt wohl v.a. deshalb, weil der Track ein wirklich kraftvolles und mitreiendes Album abschliet. (U.S.)