SHRINE — Ordeal 26.04.86
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"The new full length by Dark Ambient / Drone act Shrine is dedicated to the 30th anniversary of the Chernobyl disaster on 26th April 1986. Composed during a post-operative convalescence period in 2015, Hristo Gospodinov says of the process: "To me the Chernobyl theme has always been very special not only because I witnessed the nuclear sunburn effects myself back in 1986 when I was a kid, but also because I find it to be the closest glimpse of a pending apocalypse we have seen so far. I find it terrifying not only because of the devastating effect of the ionizing radiation itself, but also because it was a man-made event. To me, the parallel with the biblical book of Revelation is inescapable." Laced with emotional distress and Shrine's superbly crafted soundscapes and notable sound design skills, "Ordeal 26.04.86" serves as a tribute to those that suffered, and still suffer from the irreparable. Events like this have happened again since - the most recent being in Japan's Fukushima - and there's definite signs that in the future we'll unfortunately witness more of these manmade catastrophes. "Ordeal" will serve as the perfect soundtrack. Ltd x 500 copies in a digipak." [label info]
www.cycliclaw.com
"Das Dark Ambient-Projekt SHRINE haben wir auf NONPOP regelmig begleitet. Und dabei immer wieder festgestellt, dass gerade in einem so berlaufenen Genre die Qualitt der Musik sehr hoch einzuschtzen ist. Die thematischen Arbeiten des Bulgaren HRISTO GOSPODINOV wirkten stets berzeugend und durchdacht, wie aus einem Guss. Mir war deshalb auch nicht bange, als ich vor einigen Monaten die Ankndigung zu einem neuen Album las, welches sich thematisch mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 beschftigen sollte. Solche ganz groen Themen sind ja entweder schon hufig bearbeitet worden oder fhren schnell zu enttuschten Erwartungen. Aber, ganz im Gegenteil: Auch wenn HRISTO im Pressetext etwas dick auftrgt und biblische Endzeit-Prophezeiungen bemht, liefert er hier musikalisch sein bislang vielfltigstes und stimmigstes Werk ab, so viel schon einmal vorweg.
"Atomgrad" (01) startet mit Vogelgezwitscher und einem bereits leicht bedrohlichen Drone, wie ein schwarzer Windhauch. Mehrere Drones verdichten sich schnell zu einem schillernden, strahlenden Geflecht mit mechanisch britzelnden Geruschen sowie industriellen Schlgen dazwischen, das Unheil kndigt sich an. Insgesamt ist die Atmosphre zwar (noch) nicht unwohl, aber es knirscht und knackt wie vor einer Explosion in einer bis dahin heilen, natrlichen Umwelt. "Radiant Skyline" (02) ist wahrlich beeindruckend mit seinen gleienden, leuchtenden Sounds, die unterlegt von einem stetigen Bratzeln permanent mchtiger werdend und tatschlich klingend wie radioaktive Wolken, sehr filmisch das Ganze. Die Dramatik der Synthielinien mit verwehten, choralen Elemente geht auch als Neoklassik durch, die acht Minuten durchlaufen eine ungeheure Steigerung zu einem mchtigen, flehenden, atomaren Schrei. "The Silent Apocalypse" (03) ndert die Szenerie, wechselt in hhliges, verregnetes Ambiente, durch das ein dunkles, fanfarenartiges Trten nach unten absteigend, untermalt vom Ticken eines Geigerzhlers. "The Night That Hell Broke Loose" (04) nimmt den Titel beim Wort: bedrohliches, maschinelles Hmmern, eher kreischende Tne und rezitierende Vocals im Hintergrund, was mich nicht zum ersten Mal an die etwas Dark Ambient-lastigere Variante von DER BLAUE REITER (siehe auch "Nuclear Sun" Besprechung zum selben Thema) erinnert. Wehmtiger, schmerzlicher Regen mit klagenden Drones fllt in "Under The Graphite Clouds" (05). Und "The Burden Of Knowledge" (06) ist in Gnze eine radioaktive Soundlandschaft, bedrckend wie eine Beerdigung mit Sounds von Instrumenten und Messgerten vor blasigen, nach oben steigenden Drones. Alles eindrucksvoll unterlegt von martialischem Drhnen und russischem Flstern.
Whrend dieser monumentalen 50 Minuten verliert HRISTO GOSPODINOV zu keiner Sekunde die Struktur, das Gleichgewicht der Elemente aus den Augen. Ein berwltigend dichtes Werk vor dem thematischen Hintergrund der atomaren Bedrohung, oft auerhalb der Genregrenzen von Dark Ambient. Wie gesagt, das beste SHRINE-Album bisher."
[Michael We. fr nonpop.de]
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"Das Dark Ambient-Projekt SHRINE haben wir auf NONPOP regelmig begleitet. Und dabei immer wieder festgestellt, dass gerade in einem so berlaufenen Genre die Qualitt der Musik sehr hoch einzuschtzen ist. Die thematischen Arbeiten des Bulgaren HRISTO GOSPODINOV wirkten stets berzeugend und durchdacht, wie aus einem Guss. Mir war deshalb auch nicht bange, als ich vor einigen Monaten die Ankndigung zu einem neuen Album las, welches sich thematisch mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 beschftigen sollte. Solche ganz groen Themen sind ja entweder schon hufig bearbeitet worden oder fhren schnell zu enttuschten Erwartungen. Aber, ganz im Gegenteil: Auch wenn HRISTO im Pressetext etwas dick auftrgt und biblische Endzeit-Prophezeiungen bemht, liefert er hier musikalisch sein bislang vielfltigstes und stimmigstes Werk ab, so viel schon einmal vorweg.
"Atomgrad" (01) startet mit Vogelgezwitscher und einem bereits leicht bedrohlichen Drone, wie ein schwarzer Windhauch. Mehrere Drones verdichten sich schnell zu einem schillernden, strahlenden Geflecht mit mechanisch britzelnden Geruschen sowie industriellen Schlgen dazwischen, das Unheil kndigt sich an. Insgesamt ist die Atmosphre zwar (noch) nicht unwohl, aber es knirscht und knackt wie vor einer Explosion in einer bis dahin heilen, natrlichen Umwelt. "Radiant Skyline" (02) ist wahrlich beeindruckend mit seinen gleienden, leuchtenden Sounds, die unterlegt von einem stetigen Bratzeln permanent mchtiger werdend und tatschlich klingend wie radioaktive Wolken, sehr filmisch das Ganze. Die Dramatik der Synthielinien mit verwehten, choralen Elemente geht auch als Neoklassik durch, die acht Minuten durchlaufen eine ungeheure Steigerung zu einem mchtigen, flehenden, atomaren Schrei. "The Silent Apocalypse" (03) ndert die Szenerie, wechselt in hhliges, verregnetes Ambiente, durch das ein dunkles, fanfarenartiges Trten nach unten absteigend, untermalt vom Ticken eines Geigerzhlers. "The Night That Hell Broke Loose" (04) nimmt den Titel beim Wort: bedrohliches, maschinelles Hmmern, eher kreischende Tne und rezitierende Vocals im Hintergrund, was mich nicht zum ersten Mal an die etwas Dark Ambient-lastigere Variante von DER BLAUE REITER (siehe auch "Nuclear Sun" Besprechung zum selben Thema) erinnert. Wehmtiger, schmerzlicher Regen mit klagenden Drones fllt in "Under The Graphite Clouds" (05). Und "The Burden Of Knowledge" (06) ist in Gnze eine radioaktive Soundlandschaft, bedrckend wie eine Beerdigung mit Sounds von Instrumenten und Messgerten vor blasigen, nach oben steigenden Drones. Alles eindrucksvoll unterlegt von martialischem Drhnen und russischem Flstern.
Whrend dieser monumentalen 50 Minuten verliert HRISTO GOSPODINOV zu keiner Sekunde die Struktur, das Gleichgewicht der Elemente aus den Augen. Ein berwltigend dichtes Werk vor dem thematischen Hintergrund der atomaren Bedrohung, oft auerhalb der Genregrenzen von Dark Ambient. Wie gesagt, das beste SHRINE-Album bisher."
[Michael We. fr nonpop.de]