PARMEGIANI, BERNARD — De Natura Sonorum
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„Die Komposition De natura sonorum wurde 1975 als zweiteiliges Werk mit zwei mal sechs Sätzen uraufgeführt. Es gibt verschiedene kürzere Versionen, in denen einzelne Sätze entfallen, sowie eine Kurzfassung, die aus den letzten drei Sätzen besteht: ondes croisées - pleins et déliés - points contre champs.
Ondes croisées (Gekreuzte Wellen) 2´01´´
Hörbare Schwingungen (von Pizzikatoklängen)
überlagern sich mit Schwingungsphänomenen, die auch visuelle Assoziationen wecken: Vereinzelte, dicke Wassertropfen über einer Klangfläche aus zahllosen kleinen, dicht massierten Tropfen.
Pleins et déliés (Fülliges und Feines) 4´49´´
Dieses Stück läßt sich hören wie eine klangenergetische Studie: Körper geraten in Bewegung und prallen zurück - die Bewegungsenergie schwächt sich ab und verebbt.
Wuchtige, blasenartige Klänge verbinden sich mit zart bewegten Klangpunkten.
Points contre champs (Punkte gegen Felder) 8´31´´
In diesem Satz geht es um verschiedene Klanggewebe, die ein Netz - oder, um es in einem anderen Bild auszudrücken, ein Feld - durchdringen. Die Punktklänge, die anfangs die dominierende Klangebene bilden, werden gleichsam eingefangen und mehr und mehr absorbiert. So kommt es dazu, daß sich neue Figurationen durchsetzen: Ein Klangfeld - anschwellende, sich ausweitende Gesänge.
BERNARD PARMEGIANI (1927, Paris): Bernard Parmegiani arbeitete zunächst als Toningenieur im Fernsehen. 1959 trat er der von Pierre Schaeffer begründeten musikalischen Forschungsgruppe GRM bei und wurde in der Folgezeit zu einem der wichtigsten Komponisten dieser Gruppe, der nicht nur zahlreiche Tonbandkompositionen für Konzertaufführungen realisierte, sondern auch Musiken für Radio, Fernsehen und Film (u. a. für Filme von Pierre Kast, Peter Foldès, Valerian Borowcyk, Jacques Baratier, Robert Lapoujade). In seinen ersten Jahren seiner Studioarbeit hat er auch anderen Komponisten assistiert (u. a. Iannis Xenakis). In seinen eigenen Produktionen artikuliert sich eine Fülle wechselnder Ansätze - von der technisch virtuosen Verarbeitung vokaler und instrumentaler Klänge (auch in "gemischten" Musiken in der Kombination der Tonbandwiedergabe mit live-Partien) bis zu polystilistischen Versuchen der Verbindung elektroakustischer Klänger mit Elementen von Jazz, Pop und minimal music sowie zu audiovisuellen Experimental-Produktionen.“ [Rudolf Frisius]
Classic 1975 recording of mostly quiet, resonating electronic sounds.
"With the music of Bernard Parmegiani something in us is freed and comes out of passivity. This thing, which I know now was blocked without my knowing where, is the buzzing and Time within the flesh -- a humming of millions of closed mouths between the cells. What is the murmur made up of? The body develops a tongue in listening to this music, and there is within it great movement of the sound material... it is music that makes the organic breathe, lifts it up and stretches it... music that takes the ear 'beyond' work, but touching the inner side." [Bernard Noel]
Ondes croisées (Gekreuzte Wellen) 2´01´´
Hörbare Schwingungen (von Pizzikatoklängen)
überlagern sich mit Schwingungsphänomenen, die auch visuelle Assoziationen wecken: Vereinzelte, dicke Wassertropfen über einer Klangfläche aus zahllosen kleinen, dicht massierten Tropfen.
Pleins et déliés (Fülliges und Feines) 4´49´´
Dieses Stück läßt sich hören wie eine klangenergetische Studie: Körper geraten in Bewegung und prallen zurück - die Bewegungsenergie schwächt sich ab und verebbt.
Wuchtige, blasenartige Klänge verbinden sich mit zart bewegten Klangpunkten.
Points contre champs (Punkte gegen Felder) 8´31´´
In diesem Satz geht es um verschiedene Klanggewebe, die ein Netz - oder, um es in einem anderen Bild auszudrücken, ein Feld - durchdringen. Die Punktklänge, die anfangs die dominierende Klangebene bilden, werden gleichsam eingefangen und mehr und mehr absorbiert. So kommt es dazu, daß sich neue Figurationen durchsetzen: Ein Klangfeld - anschwellende, sich ausweitende Gesänge.
BERNARD PARMEGIANI (1927, Paris): Bernard Parmegiani arbeitete zunächst als Toningenieur im Fernsehen. 1959 trat er der von Pierre Schaeffer begründeten musikalischen Forschungsgruppe GRM bei und wurde in der Folgezeit zu einem der wichtigsten Komponisten dieser Gruppe, der nicht nur zahlreiche Tonbandkompositionen für Konzertaufführungen realisierte, sondern auch Musiken für Radio, Fernsehen und Film (u. a. für Filme von Pierre Kast, Peter Foldès, Valerian Borowcyk, Jacques Baratier, Robert Lapoujade). In seinen ersten Jahren seiner Studioarbeit hat er auch anderen Komponisten assistiert (u. a. Iannis Xenakis). In seinen eigenen Produktionen artikuliert sich eine Fülle wechselnder Ansätze - von der technisch virtuosen Verarbeitung vokaler und instrumentaler Klänge (auch in "gemischten" Musiken in der Kombination der Tonbandwiedergabe mit live-Partien) bis zu polystilistischen Versuchen der Verbindung elektroakustischer Klänger mit Elementen von Jazz, Pop und minimal music sowie zu audiovisuellen Experimental-Produktionen.“ [Rudolf Frisius]
Classic 1975 recording of mostly quiet, resonating electronic sounds.
"With the music of Bernard Parmegiani something in us is freed and comes out of passivity. This thing, which I know now was blocked without my knowing where, is the buzzing and Time within the flesh -- a humming of millions of closed mouths between the cells. What is the murmur made up of? The body develops a tongue in listening to this music, and there is within it great movement of the sound material... it is music that makes the organic breathe, lifts it up and stretches it... music that takes the ear 'beyond' work, but touching the inner side." [Bernard Noel]