Drone Records
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FAUST - C'est com...com...complique

Format: LP
Label & Cat.Number: Bureau b BB21
Release Year: 2009
Note: rare vinyl version of new album !
Price (incl. 19% VAT): €17.00


More Info

"Gewohnt mythisch: neuntes Studioalbum einer sehr lebendigen Krautrock-Legende.

Gegründet 1970 in Hamburg sind Faust eine der wichtigsten Protagonisten des Krautrocks und weltweit verehrte Pioniere avantgardistischer Rockmusik. "Es gibt keine mythischere Gruppe als Faust", schrieb der englische Musikexzentriker Julian Cope in seinem Genreklassiker "Krautrocksampler" und bringt damit auf den Punkt, was sowohl die Musik als auch den Habitus der Hamburger Band angeht: Sie sind immer schwer zu fassen. Für die einen waren Faust das Beste, was der Rockmusik je passiert ist, die anderen warfen ihnen Dilettantismus vor. Spätestens seit Postrock in den Neunzigern erleben Faust eine Wiederentdeckung. Ihr neuntes Studioalbum "C’est com ... com ... compliqué" produzierte der Soundtüftler Tobias Levin. Es wurde eingespielt von Jean-Hervé Peron und Werner "Zappi" Diermaier sowie Amaury Cambuzat (Ulan Bator). Gewohnt dadaistische (meist französische) Texte begleiten sporadisch ausufernde, repetitive Patterns. In der Musik vereinen sich scheinbar widersprüchliche Attribute: Sie ist wuchtig und sanft, monoton und melodisch, erdig und ätherisch - schlicht einzigartig." [label info]

www.bureau-b.com


"Mehr davon!" So endete meine Rezension zum bis dato letzten Faust-Album "Disconnected". Mein Verlangen ist erfüllt worden. Vor kurzem erschien mit "C'est com... com... compliqué" ein weiteres Werk von Faust, von Diermaiers, Pérons und Cambuzats Faust, nicht Irmlers Faust (siehe "Kleine Welt"). Offenbar ist die Scheibe in Bezug auf "Disconnected" sogar ziemlich direkt "mehr davon". Es soll sich hier (so liest man z.B. auf den Faust-Pages) um Material handeln, welches 2006/2007 von Faust in Hamburg eingespielt worden war, und dann die Grundlage für Colin Potter und Steven Stapleton bildete, um das Faust-Nurse-With-Wound-Konstrukt "Disconnected" zu erschaffen. Resteverwertung? Recycling?
Nein, "C'est com... com... compliqué" ist ein vollwertiges Faust-Album, welches sich deutlich von "Disconnected" unterscheidet. Die schwebend-elektronischen Elemente der scheinbaren Zwillingsscheibe fehlen hier, die bizarren Klangkonstrukte und tontechnischen Spielereien der beiden Engländer. Einige Stellen von "accroché à tes lèvres" kommen bekannt vor, "lass mich" natürlich, der Rest ist neu oder nicht wieder zu erkennen.
Kantig-rumpeligen, modernen Krautrock machen Faust, klangtechnisch perfekt, laut, schräg und druckvoll. Eine deutliche Geistesverwandtschaft zu den Scheiben der 70er lässt sich ausmachen, weniger zu den doch sehr industriell klingenden Alben der 90er. Es gibt ein wenig Text, in Französisch meist, wirre Deklamationen, scheinbar sinnloses Geplapper, wie man es von Péron gewohnt ist, mitunter dargeboten in seltsamen, schrägen Liedchen ("petits sons appétissants" z.B.). Ansonsten beherrschen jaulende, schneidende und hallende E-Gitarren das Geschehen, wabernde und dröhnende Tastenklänge, der knurrende Bass und Diermaiers vielseitige Perkussion. Letzterer schlagzeugt nicht nur sehr versiert, sondern haut auf sonst auf alles Mögliche und Unmögliche ein, zertrümmert Gegenstände und sorgt sonst für allerlei Krach.
Faust bieten auf "C'est com... com... compliqué" ein weiteres Kapitel ihres dekonstruktiven, aber nicht konzeptlosen Avant-Rocklärms, verzichten dabei nicht auf zumindest rudimentäre Songstrukturen, lassen damit fast jeden Neopsychedeliker, Retrokrautrocker oder Postrocker alt aussehen und präsentieren denselben mit einem ausgesprochen erfrischenden und respektlosen Einfallsreichtum (man höre z.B. die bizarre Rossini-Verwurstung "bonjour gioacchino"). Mehr davon!" [Achim Breiling, Babyblaue Seiten]